Anleitung

So nutzt du MoatLens

MoatLens nimmt dir die Entscheidung nicht ab — es macht sie nachvollziehbar. Diese Anleitung zeigt dir den Weg, den erfahrene Nutzer durch die App nehmen. Plane für ein neues Unternehmen etwa zehn bis zwanzig Minuten ein. Oben auf jeder Aktienseite liegt eine Leiste mit fünf Kürzeln — Score · Zahlen · Trends · Spanne · Journal. Sie ist ungefähr das Inhaltsverzeichnis zu dieser Anleitung: Ein Tipp bringt dich direkt zum Abschnitt.

1 · Unternehmen suchen, nicht Ticker raten

Tippe im Suchfeld den Firmennamen ein, nicht nur das Kürzel. MoatLens findet Unternehmen aus den großen europäischen und amerikanischen Börsen. Wenn dieselbe Firma an mehreren Börsen notiert ist, wähle die Heimatbörse — dort ist die Datenlage am vollständigsten.

2 · Den Score als Frage lesen, nicht als Antwort

Der MoatLens-Score fasst acht Qualitätsfaktoren zusammen. Er sagt dir nicht, ob du kaufen sollst — er sagt dir, wie stark das Geschäft nach den Zahlen wirkt. Ein niedriger Score ist kein Ausschlusskriterium, sondern eine Aufforderung, genauer hinzusehen. Ein hoher Score ist kein Freifahrtschein.

3 · Jeden Faktor aufklappen

Der eigentliche Wert steckt eine Ebene tiefer. Tippe jeden der acht Faktoren an: Du siehst, welche Kennzahl dahintersteckt, wie sie berechnet wird und was als solide gilt. Wer das drei- oder viermal macht, liest danach jede Bilanz anders.

4 · Zehn Jahre statt heute

Wechsle in die Trendansicht. Die entscheidende Frage ist nicht „Wie hoch ist die Marge?“, sondern „Wohin bewegt sie sich seit zehn Jahren?“. Steigende Margen bei steigendem Umsatz sind ein anderes Bild als steigende Margen bei schrumpfendem Umsatz. Achte besonders auf den freien Cashflow — er lässt sich am schwersten schönrechnen.

5 · „Dein Anteil am Unternehmen“ prüfen

Diese Ansicht beantwortet eine Frage, die viele Anleger nie stellen: Ist meine Beteiligung über die Jahre größer oder kleiner geworden? Sinkende Aktienanzahl heißt, dein Anteil wächst, ohne dass du etwas tust. Steigende Anzahl heißt Verwässerung — dein Stück vom Kuchen schrumpft.

6 · Den Geschäftsbericht lesen lassen

Die KI-Zusammenfassung beschreibt Geschäftsmodell, Kapitalverwendung, Wettbewerbsvorteil und Risiken. Sie bewertet nicht und sieht den Kurs bewusst nie. Nutze sie als Einstieg, nicht als Ersatz: Was dir dort auffällt, schaust du im Original nach.

7 · Was ist es dir wert?

Die Schritte davor sagen dir, wie gut das Geschäft ist. Keiner davon sagt, was du dafür zahlen willst. Öffne „Deine Wertspanne“ und stell die Annahmen selbst ein — wie stark das Unternehmen wächst, was du mindestens an Rendite erwartest. Unter jedem Regler steht in Klartext, was deine Annahme bedeutet, und oben stehen drei Zahlen statt einer: vorsichtig, mittig, optimistisch. Drei, weil eine einzelne Zahl eine Genauigkeit behauptet, die eine Schätzung über zehn Jahre nicht hat. Wer dir eine fertige Zahl nennt, hat seine eigenen Annahmen nur versteckt.

Wenn dir ein Regler zu grob ist, tippe den Wert an und gib ihn direkt ein — auch außerhalb der Grenzen, die der Regler anbietet. Die Regler sind eine Bequemlichkeit, keine Vorgabe.

Speicherst du am Ende, hält MoatLens deine Annahmen fest — nicht das Ergebnis. Beim nächsten Öffnen wird daraus neu gerechnet, und im Journal steht, was du damals angenommen hast. So siehst du in einem Jahr nicht nur, dass du deine Meinung geändert hast, sondern an welcher Stelle.

8 · Deine These aufschreiben — vorher

Das Investment-Journal ist der unbeliebteste und wertvollste Teil. Schreibe in drei Sätzen auf, warum du diese Firma interessant findest und was passieren müsste, damit du deine Meinung änderst. In zwei Jahren ist diese Notiz mehr wert als jeder Chart, weil du dann nachlesen kannst, ob deine Begründung noch trägt. Das Journal liegt in der App unter Werkzeuge; zu einer einzelnen Aktie kommst du auch über die Sprungleiste oben auf der Aktienseite.

Vier Fehler, die wir immer wieder sehen

Den Score als Kaufsignal lesen

Der Score beschreibt die Qualität des Geschäfts. Über den Preis sagt er nichts. Ein hervorragendes Unternehmen kann eine schlechte Anlage sein, wenn zu viel dafür bezahlt wird — und diese Abwägung nimmt dir keine App ab. Sie kann dir aber einen Ort dafür geben: In „Deine Wertspanne“ setzt du die Annahmen selbst und siehst, was aus ihnen folgt.

Eine einzelne Kennzahl isoliert betrachten

Ein hoher ROE bei hoher Verschuldung ist etwas völlig anderes als ein hoher ROE ohne Schulden. Kennzahlen ergeben erst im Zusammenspiel ein Bild — deshalb zeigt MoatLens sie nebeneinander.

Die Zahl zuerst haben wollen

Die Regler in der Wertspanne laden dazu ein, so lange zu schieben, bis das Ergebnis herauskommt, das man sehen möchte. Dann bestätigt die Rechnung nur noch die eigene Hoffnung. Setz die Annahmen fest, bevor du auf das Ergebnis schaust — und ändere eine Annahme nur, wenn du dafür einen Grund nennen kannst, der nichts mit dem Ergebnis zu tun hat.

Nur analysieren, was man schon besitzt

Der Depot-Check — in der App unter „Werkzeuge“ — ist bequem, aber der größere Erkenntnisgewinn liegt im Vergleich. Analysiere drei Unternehmen derselben Branche nacheinander — die Unterschiede springen dir dann von selbst ins Auge.

Vertiefung

Ein Depot aufbauen — von der leeren Liste bis zur fertigen Struktur

Die Anleitung daneben zeigt, wie du eine Aktie einordnest. Hier geht es um die Stufe darüber: wie aus einzelnen Unternehmen ein Depot mit einer erkennbaren Struktur wird. Wir gehen den Weg einmal komplett durch — am Beispiel eines defensiven Dividenden-Depots aus fünf Positionen. Rechne mit zwei bis drei Stunden, verteilt über ein paar Abende.

Zum Tutorial

Bereit?

Die App ist kostenlos startbar. Score und Grundanalyse kosten nichts.